Presse

02.12.17 Mülheimer Woche

17.11.17 WAZ

mülheim.   Mit dem Spatenstich starteten jetzt die Bauarbeiten zu dem inklusiven Projekt „Wohnhof Fünte“ in Heißen. 7 Millionen Euro investiert der MWB.

Das Symbol des generationsübergreifenden Projektes Wohnhof Fünte ist eine bunte Schnecke. Sie verkörpert Geborgenheit und Vielfalt, aber sie steht auch für ein Tempo, das Geduld erfordert. Über vier Jahre sind vergangen, seitdem, die Stadt in der damals noch nutzbaren Volkshochschule mit einer Veranstaltung den Startschuss für drei alternative Bauvorhaben gab, bis zum gestrigen symbolischen Spatenstich auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule am Fünter Weg.

7 Millionen Euro (inklusive Grunderwerb) investiert hier der Mülheimer Wohnungsbau, um bis Ende 2018, Anfang 2019 das Schulgebäude umzubauen und in einem Neubau insgesamt 34 Wohnungen zu realisieren. Darunter sind auch 18 geförderte Wohnungen. Aus dem alten Toilettenhäuschen auf dem Schulhof wird ein gläserner Gemeinschaftspavillon – der Kristallisationspunkt des Miteinander.

Zehn Wohnungen zwischen 65 und 105 Quadratmeter sind noch frei

Der Interessentenkreis ist, so Frank Peylo, Sprecher der Initiative, auf 50 Personen angewachsen. Zehn Wohnungen mit 65 bis 105 Quadratmeter sind noch zu haben – Platz genug für ein Paar, eine Alleinerziehende oder eine kleine Familie.

„Der erste Spatenstich ist für uns das Ende einer Vision“, sagt Peylo, denn jetzt werde die Idee konkret. Er erinnerte nochmals an den Prozess, die Workshops mit dem Büro Post & Welters und Exkursionen, die beim Gruppenfindungsprozess und der Formulierung dieser Vision behilflich waren. Bei vielen solcher Projekte ist die Fluktuation der Mitglieder groß, weil doch schneller Wohnraum benötigt wird oder sich die Lebensumstände plötzlich ändern. „Bei uns ist das nicht so“, betont Peylo mit Stolz, „fast alle der 20-köpfigen Gründungsmannschaft sind noch dabei.“ Schnell musste es am Anfang gehen, denn die Stadt wollte schon nach einigen Monaten wissen, ob sie das Grundstück immer noch reservieren soll. Mit dem MWB hatte die Gruppe schnell einen Partner gefunden.

Bewohner unterstützen sich gegenseitig im Alltag

Zentral war von Beginn an in Kooperation mit der Lebenshilfe eine inklusive Ausrichtung mit jungen Erwachsenen mit geistiger Behinderung. Aber die Gemeinschaft soll in jeder Hinsicht bunt und vielfältig werden. Auch MWB-Vorstandsvorsitzender Frank Esser und Oberbürgermeister Ulrich Scholten sind sich sicher, dass das Projekt für die Nachbarschaft und den Stadtteil eine Bereicherung darstellen wird.

Peylo dankt dem MWB, dem der Verein viel zu verdanken habe. Ganz einfach war der Planungsprozess, in dem Wünsche und Anforderungen auf Notwendigkeiten und finanzielle Grenzen stießen, nicht. Vom „leidenschaftlichen Ringen um die beste Lösung“ , was nicht immer einfach gewesen sei, spricht Esser. „Wir haben ein sehr gutes Ergebnis, das sich sehen lassen kann“, freut sich Peylo und sieht ein vorbildliches Konzept für das Zusammenleben. „Dinge, die sonst nicht mehr selbstverständlich sind, wollen wir leben.“ Er spricht von gegenseitiger Unterstützung im Alltag, bei Kinderbetreuung, Einkauf und Krankheit und von gemeinsamer Freizeit.

Esser rechnet damit, dass im nächsten Frühjahr/Sommer an der Friedhofstraße in Speldorf (AWIS) das zweite Projekt, das aus den Workshops hervorgegangen ist, an den Start gehen kann. Und Aktive von Lina, dem alternativen Wohnprojekt in Saarn, das gerade bezogen wurde, gratulierten mit einer Magnumflasche Sekt zum Einzug.

02.16 MWB JOURNAL
KM_C224e-20161121084153
12.08.2016 WAZ

20160813_WAZ-Mülheim

 

08.0.16 MWB

mwb02016